Mittwoch, Februar 25, 2026

Rezept: Schuko-Zwischen-Steckdose mit Einschaltverzögerung mittels Tasmota, aber ohne WLAN

tasmota-steckdose.jpg

Problem: Meine Aktivboxen knallen, weil sie schneller hochfahren, als mein Mischpult – oder eine andere angeschlossene Quelle. Also die Quelle sendet einen Knacks oder Bumms, wenn sie angeht, die Boxen sind schon da und bringen das lautstark zur Geltung, was ihnen außerdem nicht gut bekommt.

Lösung: Eine Schuko-Steckdose mit Einschaltverzögerung gibt den Aktivboxen erst einige Zeit nach dem gemeinsamen Einschalten mit dem Rest den nötigen Saft. Solche Steckdosen gibt es online zu kaufen, doch sie sind recht teuer. Sogenannte Power-Sequencer lösen das Problem auch, aber für noch mehr Geld. Allerdings ist selbst bei teuren Produkten die Verzögerungszeit nicht immer einstellbar und auch nicht immer ausreichend.
Daher: Eine Smart-Steckdose mit dem Betriebssystem Tasmota gibt es für moderat viel Geld. Man muss dann halt seine Einschaltverzögerung selber einprogrammieren.

Vorbereitung: Zunächst muss die Tasmota-Steckdose bei der ersten Inbetriebnahme ins eigene WLAN eingebunden werden. Beim ersten Einschalten taucht ein eigenes WLAN mit Name Tasmota-irgendeincode auf. Dorthin verbindet man sich, ruft http://192.168.4.1 auf und daddelt sich dort durch den Assistenten. Der bucht die Steckdose ins eigene WLAN ein und spuckt dann ihre neue IP-Adresse aus. Daraufhin verbindet man sich wieder mit dem normalen, eigenen WLAN und navigiert im Browser zur neuen IP.

In der Tasmota-Oberfläche sucht man die Console genannte Eingabeaufforderung auf, die sieht so aus:

tasmota-console.png

Dort gibt man folgende Kommandos ein, jede Zeile separat:

Rule1 on Power1#Boot do RuleTimer1 30 endon on Rules#Timer=1 do Power1 ON endon
Rule1 1
PowerOnState 0
SetOption0 0

Erläuterung:

  • Es wird eine Regel definiert, die mit 30 Sekunden Verzögerung nach dem Event Power1#Boot den Saft einschaltet.
  • Die Regel wird aktiviert.
  • Der Tasmota-Steckdose wird gesagt, dass sie beim Anschalten noch keinen Saft abgeben soll.
  • Sicherheitshalber wird noch eingestellt, dass die Steckdose sich den letzten Power-Zustand nicht merken soll.

Anmerkung: Andere Lösungen, die ich im Netz gefunden habe, funktionieren erst, nachdem die Tasmota-Steckdose im WLAN eingebucht ist. Zum einen kann das an sich schon eine nicht genau definierte Weile von etwa 5 bis 20 Sekunden dauern, zum anderen könnten sich Lautsprecher und Mischpult später auch in einer Umgebung befinden, in der das WLAN nicht verfügbar ist.

Ergänzungen zu dieser Lösung werden in den Kommentaren gerne angenommen.